„Willst du jetzt Taxi fahren?“
Das war eine der ersten Reaktionen auf meine Studienwahl: Französische Literatur, Öffentliches Recht und Philosophie. Drei Fächer, deren praktischer Nutzen sich nicht jedem sofort erschließt.
Ich habe trotzdem weitergemacht. Mich durch Bücher gearbeitet, philosophische Fragen gewälzt und schließlich in Würzburg promoviert. Viele Nächte in der Universitätsbibliothek und Tage auf der „Hörsaal-Bühne“ verbracht, mit der Überzeugung, dass es sich lohnt, die Welt verstehen zu wollen.
Irgendwann kam der Academexit. Raus aus der Universität, rein in die Unternehmenswelt. Kommunikation, Strategie, Beratung. Und die Erkenntnis, dass Literatur, Wissenschaft und Unternehmertum mehr gemeinsam haben, als man zunächst vermutet.
Mein Lebenslauf kennt seitdem einige ungewöhnliche Abzweigungen: regionale Garnelenzucht, Werkzeuge für Matcha-Tee-Kugeln, Fingerschutz für Fußballtorhüter. Nicht jede Idee war ein Erfolg. Aber jede hat meinen Blick auf die Welt ein Stück verändert.
Was mich antreibt, ist bis heute dieselbe Neugier: Was passiert, wenn wir Dinge zusammendenken, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben? Was kann uns die Geschichte über die Zukunft verraten? Und warum sind die besten Fragen manchmal wichtiger als die schnellsten Antworten?
Gerade im KI-Zeitalter wird diese Fähigkeit immer wertvoller. Denn Wissen allein reicht nicht. Entscheidend ist, was wir daraus machen.
Auf der Bühne verbinde ich deshalb Kulturgeschichte mit Zukunftsfragen, wissenschaftliche Erkenntnisse mit unternehmerischer Praxis und überraschende Geschichten mit neuen Perspektiven.
Denn manchmal muss man die Welt erst aus einer anderen Richtung betrachten, um sie wirklich zu verstehen.
Und Taxi bin ich übrigens (noch) nie gefahren.
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